Der Rheinsteig


Oberer Mittelrhein

Niederwalddenkmal
Niederwalddenkmal

Etappe 1 • Von Rüdesheim nach Assmannshausen

Meine erste Wanderung auf dem Rheinsteig führte mich von Rüdesheim nach Assmannshausen. Diese Etappe ist die kürzeste von allen und zeigt die geringste Höhendifferenz auf, sodass sie sich hervorragend zur Eingewöhnung des Rheinsteigs eignet. Und da ich keinen Meter in dieser landschaftlich schönen Gegend verschenken wollte, stieg ich zunächst in östliche Richtung zur Abtei St. Hildegard auf. Als Zugangsweg zum Rheinsteig aus der Rüdesheimer Altstadt ist er gelb markiert. Es geht sanft am Hang zwischen Rebstöcken hinauf und bald erreichte ich die Abtei, von der es einen schönen Blick auf Rüdesheim gibt. Neben der Abtei befindet sich ein bemerkenswertes Kunstobjekt bestehend aus sechs Säulen, welche die Visionen der heiligen Hildegard von Bingen darstellt.

Nun befand ich mich auf dem Rheinsteig und wanderte westwärts teils durch Wald, teils an Hängen mit Weinanbau. Bereits um neun Uhr in der Früh erreichte ich den Niederwaldtempel und das benachbarte Niederwalddenkmal. Die Seilbahn die von Rüdesheim hierher hinauf fährt, fuhr noch nicht um diese Zeit und somit hatte ich das touristische Glanzstück ganz für mich allein. Der Tempel und das Denkmal sind in einer schönen, weitläufigen Gartenanlage eingebettet. Das Niederwalddenkmal mit der Germania und Kaiserkrone genießt bundesweite Bekanntheit und symbolisiert die Gründung des deutschen Kaiserreichs nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71. Vom Plateau des Niederwalddenkmals hatte ich einen herrlichen Blick über die Rüdesheimer Weinberge und über den Rhein nach Bingen, das auf der anderen Flussseite liegt.

Der Rheinsteig führt jetzt in den Niederwald, wo es zahlreiche Wanderwege gibt. Der Rheinsteig weicht bald von einem Hauptpfad ab und geht etwas südlicher abwärts. Schnell wird klar warum. Denn es gibt hier eine fantastische Sicht auf die Mündung der Nahe in den Rhein zwischen Bingen und Bingerbrück. Auch der Mäuseturm auf einer kleinen Insel inmitten des Rheins fällt sofort auf. Danach wanderte ich wieder hoch und der Umweg findet wieder Anschluss an den Hauptpfad. Nun ist auch die Ruine Rossel nicht mehr weit. Hier gibt es einen Blick aufs Binger Loch, wo der Rhein ins schmale Mittelrheintal eintritt. Der Rheinsteig führt weiter durch den Niederwald. Ein ganz kleiner Abstecher führt noch zum sogenannten Rittersaal, wo ich nochmals eine Aussicht auf den Rhein genießen konnte. Auf gleicher Höhe erreichte ich auf dem Rheinsteig das Jagdschloss mit dem gleichnamigen Hotel und Restaurant, das auch mit dem Auto über eine Fahrstraße erreichbar ist. In unmittelbarer Nähe gibt es die Bergstation der Assmannshausener Sesselbahn, an der auch der Rheinsteig vorbeiführt. Ab hier wanderte ich nun auf dem Rheinsteig kontinuierlich durch Wald nach Assmannshausen hinab. Diese recht bequeme Wanderung endete dann an der Pfarrkirch »Zum heiligen Kreuz« in der Assmannhausener Ortsmitte.


Abtei St. Hildegard
Abtei St. Hildegard
Niederwaldtempel
Niederwaldtempel
Nahemündung in den Rhein
Nahemündung in den Rhein
Ruine Rossel
Ruine Rossel